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Pressemitteilung
Nr. 02/10
12. Februar 2010
BDP sieht sich in seinen Forderungen nach mehr Schulpsychologen bestätigt
Von der GEW präsentiertes Gutachten deckt sich mit Forderungen des
Psychologenverbandes
Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) begrüßt
das gestern (11.02.2010) von der GEW vorgestellte Gutachten zur Situation der
Schulpsychologie in Deutschland und in Niedersachsen sowie im internationalen
Vergleich. In dem von Prof. Rainer Dollase, Universität Bielefeld, erarbeiteten
Papier wird in Anlehnung an internationale Standards eine Relation von einem
Schulpsychologen für maximal 5.000 Schüler empfohlen. Für Niedersachsen
nennt das Gutachten eine Relation von 1:30.000.
Die Empfehlung deckt sich mit der vom BDP seit Jahren erhobenen Forderung.
Dollase spricht in diesem Zusammenhang von einer kritischen Mindestgröße.
Solange diese Größe nicht erreicht ist, so Stefan Drewes, Vorsitzender
der Sektion Schulpsychologie im BDP, können Schulpsychologen nur einen
Bruchteil der Aufgaben wahrnehmen, für die sie gedacht sind und Kompetenz
besitzen: Ansprechpartner für Lehrkräfte, Schulleiter, Schüler
und Eltern sein, und zwar nicht nur in Notfällen, sondern auch präventiv.
Bei einer zu geringen Zahl bleiben Aufgaben, wie die Analyse von Belastungen
am Arbeitsplatz Schule, Unterstützung der Lehrkräfte bei Überlastungen,
Anti-Stress-Trainings, Gewaltprävention bisweilen auf der Strecke, weil
die Kapazitäten gerade so für die akuten Problemfälle ausreichen.
In dem Gutachten von Dollase werden allein für Niedersachsen 250 Schulpsychologen
empfohlen, die in einer orts- und schulnahen Organisationsform arbeiten.
Auch darin stimmt der BDP mit dem Gutachten überein. Bereits Anfang 2008
hatte der Verband sich speziell zur Lage in Niedersachsen geäußert
und gegen Bestrebungen verwahrt, Schulpsychologen durch Beratungslehrer und
Sozialarbeiter zu ersetzen. In den PISA-Siegerländern gebe es neben der
viel größeren Zahl von Schulpsychologen auch Beratungslehrer. Niemand
komme dort auf die Idee, die eine Berufsgruppe durch die andere zu ersetzen,
da beide ganz unterschiedliche Kompetenzen einbringen und als schulische Unterstützungssysteme
beide unverzichtbar sind, so die damals geäußerte und nach wie vor
gültige Position des Psychologenverbandes. Zum gleichen Thema heißt
es im gestern veröffentlichten Gutachten, Schulpsychologen, Lehrer, Beratungslehrer
und Schulpädagogische Fachkräfte dürften aufgrund der Unterschiede
ihrer Ausbildung und Aufgabe in den Schulen allerdings nicht gegeneinander aufgerechnet
oder ausgetauscht werden.
Abschließend erklärte der Sektionsvorsitzende zu dem von der GEW
präsentierten Gutachten "Jetzt ist auch durch ein wissenschaftlich
fundiertes Gutachten belegt, was der BDP seit Jahren im Bereich Schulpsychologie
fordert: Schulpsychologie ist ein unverzichtbarer Bestandteil zu Erhalt der
Gesundheit von Lehrkräften, zur Prävention und zu Sicherung der Bildungschancen
von Schülern. Um ein schulnahes Angebot zu gewährleisten muss eine
angemessene Ausstattung sichergestellt werden. Dies haben andere Länder
wie z.B. NRW und Baden-Württemberg verstanden. Beide Länder haben
neue Stellen geschaffen. In NRW strebt die Schulministerin sogar einen weiteren
Ausbau auf 1000 Schulpsychologen an."
Christa Schaffmann, Pressesprecherin
Am Köllnischen Park 2, 10179 Berlin
Tel. 030 - 209 166 620
Fax: 030 - 209 166 680
E-Mail: presse@bdp-verband.de
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