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Improvisationsworkshop der Sektion Freiberufliche Psychologinnen und Psychologen

Am Samstag, den 15. September 2018, lädt die Sektion Freiberufliche Psychologinnen und Psychologen von 10 bis etwa 18 Uhr zu einem Improvisationstheaterworkshop ein.
Der Workshop findet im art’otel Berlin Mitte (Wallstr. 70–73, 10179 Berlin) statt und ist offen für alle Psychologinnen und Psychologen sowie für Studierende der Psychologie. Für Sektionsmitglieder ist die Teilnahme kostenlos.
Anmeldung unter: manfred.oetting@freiberufler-bdp.de

Warum Improvisation?
Insbesondere freiberufliche Psychologinnen und Psychologen müssen unter ungewissen Bedingungen souverän agieren, mit Unsicherheiten umgehen und flexibel handeln. Sie führen Gespräche mit Auftraggeberinnen und Auftraggebern, Kundinnen und Kunden, Klientinnen und Klienten, deren Verlauf (im Detail) nicht absehbar ist.

Am Ende ist es wichtig, dass nicht nur sie selbst, sondern auch ihr Gegenüber mit dem Ergebnis zufrieden sind. Die Offenheit und Ambiguität einer freiberuflichen Tätigkeit macht für manche Menschen gerade den Reiz ihrer Arbeit aus. Diese Personen werden großen Spaß an einem Improvisationsworkshop haben, denn er gibt ihnen eine Möglichkeit, sich auszuprobieren und neue Erkenntnisse auch für private und berufliche Situationen zu gewinnen.

Aber auch Menschen, die die Unsicherheit in ihrer freiberuflichen Arbeit als anstrengend empfinden und für die unvorhersehbare Situationen einen Stressfaktor darstellen, profitieren von einem Improvisationsworkshop: Er bietet einen sicheren Rahmen für ein Training der eigenen Fähigkeiten im Umgang mit Ungewissheit.

Alltag ist Improvisation
Der Alltag mag zwar wenig von Theater geprägt sein, durchaus aber von Improvisation. Ein Beispiel ist die folgende Situation: Ein wichtiges, aber nicht ganz einfaches Gespräch steht bevor. Man bereitet sich intensiv darauf vor, geht verschiedene Szenarien im Kopf durch, antizipiert, was das Gegenüber sagen könnte, und sucht nach Formulierungen, die die eigene Position unterstreichen und die Einwände des Gegenübers entkräften können. Trotz allem verläuft das Gespräch schließlich völlig anders als erwartet. Man weiß plötzlich nicht mehr, was man sagen soll, oder versucht krampfhaft, die vorbereiteten, wohlgeschliffenen, aber offensichtlich nicht überzeugenden Argumente einzubringen. Es wird klar: Das Leben funktioniert nicht wie ein Theaterstück mit festem Text, sondern ist vielmehr reines Improvisationstheater.

Improvisationstheater – was ist das eigentlich?
Die Idee hinter dem Improvisationstheater erscheint zunächst absurd: Auf einer Bühne soll Theater gespielt werden – von kurzen Szenen bis hin zu abendfüllenden Stücken –, ohne dass die Protagonisten wissen, was im Verlauf der Aufführung geschehen und entstehen wird. Sie müssen improvisieren, sich spontan etwas einfallen lassen und ohne Absprache gemeinsam mit anderen Mitspielerinnen und Mitspielern eine in sich geschlossene Handlung entwickeln. Da liegt der Gedanke nahe: „Das kann doch gar nicht funktionieren!“ Tut es aber. Damit dies gelingt, gilt es, einige Regeln der Improvisationsgrundhaltung zu beachten, die nicht nur auf der Bühne hilfreich sind.

Improvisationsgrundhaltung
Das A und O beim Improvisieren ist die »Au ja!«-Haltung, die auch als »Impro-Grundhaltung« bekannt ist. Im Kern bedeutet das: Egal, was passiert, nimm es an! Jede Situation, jede Vorgabe, jedes Angebot ist gut, also sag »au ja!« dazu und mach etwas daraus: etwas Neues, anderes, vielleicht Verrücktes, etwas Gutes, etwas Großartiges. Das Gegenüber hat plötzlich ganz andere Anliegen als die, auf die man sich vorbereitet hat? Au ja, es hat sich etwas Unerwartetes ergeben! Au ja, lass uns das als Gelegenheit verstehen und gemeinsam kreative Lösungen für die neue Situation entwickeln!

Regeln und Improvisation – ein Widerspruch?
Improvisation und Regeln stehen nicht im Widerspruch zueinander. Im Gegenteil. Regeln machen Improvisation überhaupt erst möglich.

Erste Regel: Angebote machen!
Um gemeinsam etwas zu entwickeln, müssen Ideen eingebracht werden. Dabei geht es nicht darum, eine Idee für eine vollständige Szene zu präsentieren, denn dies würde Absprachen erfordern, für die es in der Improvisation keine Zeit gibt. Es genügt deshalb, einzelne Angebote zu machen. Dies kann ein (imaginärer) Gegenstand sein, den man einbringt, ein Ort, eine Beziehung, ein Problem und vieles mehr.
Der Satz: „Sieh mal, die Kiste habe ich auf dem Dachboden gefunden“, kann beispielsweise so ein Angebot sein. Der Anbietende selbst muss dabei keine Idee haben, was es mit der Kiste auf sich hat (das könnte sogar ein Nachteil sein). Vielmehr geht es darum, dem Gegenüber eine Inspiration zu geben und zu sehen, was sie oder er daraus macht. „Oh, das ist die Kiste mit den Sachen von meinem Opa.“ Was daran besonders ist, wissen beide noch nicht, doch es gibt ein neues Angebot. So entsteht nach und nach eine Geschichte. Allerdings nur, wenn auch die nächste Regel befolgt wird.

Zweite Regel: Nicht blocken!
Wird ein Angebot ignoriert oder abgelehnt, bezeichnet man das als „Block“. Kommt Person A mit der obigen Kiste auf die Bühne, könnte Person B antworten: „Das ist doch keine Kiste, das ist unser Hund.“ Oder: „Was fällt Ihnen ein, in meinen Sachen zu wühlen. Stellen Sie die Kiste wieder zurück.“ In beiden Fällen wird die Idee der Kiste nicht angenommen: Im ersten Fall ist es nicht einmal eine Kiste. Im zweiten Fall wird zwar die Kiste akzeptiert, jedoch wird die Beziehung der Figuren geblockt. Blocken entsteht oft dann, wenn die Spielerinnen und Spieler zu sehr an einer eigenen Idee hängen.

Neugierig?
Alle, die nun neugierig geworden sind und mehr über das Improvisationstheater erfahren möchten, sind herzlich zum Workshop am 15. September 2018 eingeladen. Der Kursleiter, Diplom-Psychologe Daniel Al-Kabbani, arbeitet in der Hochschuldidaktik und hat sein Workshop-Konzept in sehr unterschiedlichen Weiterbildungskontexten erfolgreich angewendet. Es unterstützt das Entdecken (ungeahnter) kognitiv-emotionaler Grundmuster, aktiviert intuitive Kompetenzen und unbewusste Ressourcen und eröffnet neue Möglichkeiten im Umgang mit schwierigen Situationen im Beruf.

Daniel Al-Kabbani, Leiter des Workshops
Gisela Dreyer, Stellvertretende Vorsitzende

Anmeldung unter: manfred.oetting@freiberufler-bdp.de