Aufruf: Dokumentation von Einmischungen der Krankenkassen
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die psychotherapeutischen Verbände in Deutschland (koordiniert im Gesprächskreis II) wollen auf Initiative des Bundesverbandes Vertragspsychotherapeuten e. V. (bvvp) Fälle erfassen, in denen Krankenkassen sich über das Erlaubte hinaus in Psychotherapien einmischen. Hintergrund ist, dass sich Berichte über Einmischung der Krankenkassen in laufende Behandlungen häufen.
Sie finden z.B. statt in Form von Anrufen durch Kassenmitarbeiterinnen und -mitarbeitern bei Patientinnen und Patienten im Zusammenhang mit Arbeitsunfähigkeit, die Patientinnen und Patienten werden ausgefragt, unter Druck gesetzt, neben einer psychotherapeutischen Behandlung noch eine „Fachärztin“/einen „Facharzt“ aufzusuchen, etc. Es gibt Berichte von unzulässigen Anfragen bei den Therapeutinnen und Therapeuten, Streuen von Zweifeln an der Behandlung, zusätzliche „therapeutische Angebote“, willkürliche Beendigungen von Arbeitsunfähigkeitszeiten bis hin zu Drohungen.
Es handelt sich hier nicht um eine Kampagne gegen die ärztlichen Kolleginnen und Kollegen: Auch die Psychiaterinnen und Psychiater berichten von zunehmenden Problemen dieser Art mit den Kassen und sind an einer gemeinsamen Aktion interessiert.
Für die konkrete Erhebung solch unzulässiger Übergriffe wurde eine kleine Tabelle entwickelt. Die Dokumentation erfolgt bei den einzelnen Kolleginnen und Kollegen mit Vergabe einer Chiffre, um den Datenschutz zu gewährleisten, die Beschwerde aber beweisbar zu machen. Die Fälle werden von uns als VPP gesammelt und an den koordinierenden Verband weitergeleitet. Die Fälle sollten enthalten:
- Chiffre des Falls mit Kürzel / Hinweis auf den erhebenden Berufsverband
- in welcher KV ist die Therapeutin/der Therapeut tätig
- Name der agierenden Krankenkasse
- Kurze Beschreibung des Vorgehens der Kassen
Ein Formular zum Eintragen aller wichtigen Daten finden Sie hier. Für Rückfragen stehen wir selbstverständlich gern zur Verfügung.
Johanna Thünker
(VPP Vorstand)