Petition zur Reform des PsychThG

Die PiA-Vertretung des VPP im BDP startete in Kooperation mit dem PiA-Politik-Treffen eine Petition für eine „Reform der Psychotherapeutenausbildung – spätestens in der kommenden Legislatur!“ an den Gesundheitsausschuss des Bundestages.

Den Initiatoren geht es darum, dass die Reform des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG), die bereits im aktuellen Koalitionsvertrag verankert ist, auch nach der Bundestagswahl weiter verfolgt und endlich umgesetzt wird.

Eckpunkte bereits klar

Bereits im Herbst 2016 wurden vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) die Eckpunkte zur Novellierung des PsychThG veröffentlicht. Ein Arbeitsentwurf des BMG wird für Sommer 2017 erwartet. Obwohl aber Reformvorschläge für ein Psychotherapiestudium mit anschließender vergüteter Weiterbildung vorliegen, erfolgte bislang keine Gesetzesvorlage für diese Reform.

Sittenwidrige Arbeitsbedingungen

Die jetzige Fassung des PsychThG erlaubt es unter anderem, dass Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA), die alle mindestens ein Studium, etwa der Psychologie oder der Pädagogik, abgeschlossen haben und ihre Ausbildung selbst finanzieren müssen, in ihrer Praktischen Tätigkeit nicht oder nur geringfügig bezahlt in psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen arbeiten – oft auch ohne Arbeitsvertrag. Nicht selten wird den PiA dennoch die psychotherapeutische Verantwortung für Patientenbehandlungen übertragen. Das Gesetz erlaubt somit, dass hochqualifizierte PiA als billige Arbeitskräfte ausgenutzt werden. Es gilt, diese arbeitsrechtlich sittenwidrigen Ausbildungsbedingungen zu beenden und die psychosoziale Versorgungsqualität in den Krankenhäusern auf einen qualitativ angemessenen Standard zu heben.

Zügige Fortsetzung des Reformprozesses

Mit der Petition werden die Mitglieder des Gesundheitsausschusses des Bundestages dazu aufgefordert, sich aktuell sowie auch nach der Bundestagswahl für die Umsetzung der Reform des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) einzusetzen. Der Reformprozess darf durch die Wahl nicht beendet werden.

Katharina van Bronswijk

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SK VPP
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